Willkommen in der Gemeinde Mirsk!

Wir freuen uns, Sie zu einem Besuch in der Gemeinde Mirsk – dem alten Friedeberg am Queis - einzuladen, deren Traditionen bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Das Gemeindegebiet lag einst an der bedeutenden Handelsroute von
Zittau nach Hirschberg; der durch das Tal von Mirsk fließende Queis (Kwisa) markierte die Grenze zwischen der Lausitz
und Schlesien.
Wir möchten Ihnen den historischen Wert und die attraktiven Freizeitmöglichkeiten unserer Region vorstellen. Beim
Wandern durch die Stadt und die umliegenden Ortschaften stößt man immer wieder auf Denkmäler der interessanten
Vergangenheit unserer Gemeinde. Aber auch der heutige Zauber des Isergebirges und seines Vorlands wird unsere
Gäste sicherlich in seinen Bann ziehen – sodass es nicht bei einem einzigen Besuch bleibt.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß auf den Spuren der Geschichte und in der freien Natur – und lernen Sie in unserer Region
die Freundlichkeit der Menschen und die sprichwörtliche polnische Gastfreundschaft kennen.
Lage
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Die Gemeinde Mirsk liegt im Südwesten der Woiwodschaft Niederschlesien, unmittelbar an der Grenze zu Tschechien.
Die Gemeinde besteht aus 17 Ortsteilen: Brzeziniec, Gajówka, Giebu³tów, Gierczyn, Grudza, Kamieñ, Kar³owiec, K³opotnica,
Kotlina, Krobica, Kwieciszowice, Ml¹dz, Mroczkowie, Or³owice, Proszowa, Przecznica, Rêbiszów sowie die Stadt Mirsk.
Die wichtigsten Verkehrswege, die durch das Gemeindegebiet verlaufen, sind die Landstraßen 361 (Jelenia Góra/Hirschberg
– Grenzübergang Czerniawa Zdrój/Bad Schwarzbach – Nové Mìsto/Neustadt) und 404 (nach Szklarska Porêba/Schreiberhau).
Mirsk und die meisten Ortsteile liegen im weitläufigen Tal von Mirsk, an den Ufern des mitten durch das malerische Tal flie-
ßenden Queis, an dem zwei künstliche Seen angelegt wurden – die Talsperre Goldentraum (Jezioro Z³otnickie) und die Marklis-
sa-Talsperre (Jezioro Leœiañskie). Das Gemeindegebiet gehört zu den touristisch attraktivsten Teilen der Woiwodschaft
Niederschlesien. Ihr größter Vorteil ist ihre Lage im Isergebirge bzw. dessen Vorland, in der Nähe der
Kurorte Œwieradów Zdrój (Bad Flinsberg) und Szklarska Porêba (Schreiberhau).
Leicht erreichbare Wälder, Berge, die nahe gelegenen Burgen und Festungen Czocha
(Tschocha), Gryf (Greiffenstein), Œwiecie (Schwertburg), Frydlant (Friedland), die
interessante Sakral- und Volksarchitektur, mit Schiefer gedeckte Fachwerkhäuser, za-
hlreiche Wander- und Radwege – all das ermöglicht eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung in der Region.

Aus der Geschichte
Mirsk (Friedeberg) liegt an der Stelle, an der die Handelsroute von Hirschberg nach Zittau den Queis
überquerte. Erste Erwähnungen einer Ansiedlung stammen aus dem 12. Jahrhundert, der erste namen-
tlich bekannte Vogt war ab 1201 Bernard Rym, der ein Wappen mit einer Eule führte – daher leitete
sich der erste Name „Eulendorf“ ab. Vor 1337 verlieh Herzog Heinrich von Jauer Friedeberg die Stad-
trechte; zugleich verlieh er ihr auch das Recht zum Bierausschank und ein neues Wappen, das einen Fal-
ken mit einem erlegten Vogel im Schnabel darstellt. Seitdem trug die Stadt auch den Namen Friedeberg. 1425

wurde die Stadt Eigentum des Adelsgeschlechts Schaffgotsch und blieb bis 1808 in deren Besitz. 1521 verlieh der böhmische
König Vladislav das Privileg, am Tag der Maria Magdalena (22. Juli), einen Jahrmarkt zu veranstalten. (Heute veranstaltet die
Stadt an diesem Tag ihr Stadtfest, die „Isergala“ (Izerska Gala)). Nach wiederholten Bränden in der zweiten Hälfte des 18.
Jahrhunderts wurde die gesamte Stadt mit Steingebäuden wieder aufgebaut, diese Bebauung ist bis heute erhalten. Im August
1790 hielt sich J. W. Goethe auf Einladung der Familie Friedrich in Friedeberg auf; er wohnte in einem Haus an der heutigen
Ulica Mickiewicza 13. Ab 1879 besaß Friedeberg eine eigene Zeitung, den „Boten aus dem Queisthale“. Dessen Tradition
wird heute von der Lokalzeitung Wieœci Mirska. Ab 1884 besaß Friedeberg eine Bahnverbindung mit Greiffenberg (heute
Gryfów Œl¹ski), später auch mit Bad Flinsberg (Œwieradów Zdrój). Bereits seit dem 17. Jahrhundert wurde Friedeberg durch
sein Leinweber- und Textilhandwerk berühmt – die hier hergestellten Strümpfe waren sogar in Amerika bekannt. Auch nach
dem Krieg setzten Leinen- und Baumwollwerke diese Tradition fort. Ihren heutigen Namen – Mirsk – erhielt die Stadt 1946,
1961 wurde das auf dem rechten Flussufer gelegen Dorf Skarbków ( ) eingemeindet. In den Neunzigerjahren brach die Industrie zusammen. Heute sucht Mirsk Entwicklungschancen im Tourismus, wozu es durch das Isergebirge, den nahe gelegenen
Stauseen Goldentraum (Jezioro Z³otnickie) und Czocha sowie die Grenze zu Tschechien gute Vorbedingungen hat.
Sehenswürdigkeiten

Im Dorf Giebu³tów (Gebhardsdorf) lohnt sich ein Besuch der sehr interessanten St.-Michaels-Kirche (Koœció³ œw. Micha³a).
Ursprünglich von 1508, wurde sie grundlegend im Barockstil umgebaut. Es handelte sich um eine so genannte Grenzkirche; sogar die protestantischen Einwohner Hirschbergs kamen hierher zum Gottesdienst. Die Kirche hat einen interessanten
Turm aus dem frühen 18. Jahrhundert mit einer Sonnenuhr. Die barocke Innenausstattung aus dem 18. Jahrhundert enthält
u. a. einen hübschen Altar, eine Kanzel, ein Taufbecken, ein interessantes Gewölbe mit Polychromien und einen Orgelprospekt. Früher befanden sich in der Kirche großartige Emporen, die jedoch Mitte des 20. Jahrhunderts abgerissen wurden.
Zu den örtlichen Sehenswürdigkeiten zählt auch der Friedhof mit einer Reihe steinerner Grabplatten aus dem 17. und 18.
Jahrhundert. Oberhalb liegt ein barock-klassizistischer Palast von 1760, der im 19. und 20. Jahrhundert umgebaut wurde und
heute eine

Ruine ist. Vor dem Palast liegt eine Terrasse mit zwei Basteien. In dem Park am Palast befinden sich wertvolle
Bäume, u. a. ein Spalier aus Scheinzypressen, Stieleichen und Winterlinden. Von der Hauptstraße führt eine schöne Allee mit
Ahornen und Eschen zum Schloss und zum Park.
Im Dorf Rêbiszów (Rabishau) steht die Renaissance-Kirche Mariä Heimsuchung (Nawiedzenia NMP) von 1566-68, die später im Barockstil umgebaut wurde. In der Kirche befinden sich ein Renaissance-Taufbecken von 1576 sowie ein barocker Altar,
eine Kanzel und Epitaphe aus dem 18. Jahrhundert. Daneben steht die ehemalige evangelische Kirche
St. Barbara (heute eine katholische Pfarrkirche) mit Emporen. Sie wurde 1768/69 erbaut und 1803 umgebaut. Im Inneren befindet sich eine barocke Ausstattung, u. a. ein Altar, eine Kanzel und ein Taufbecken
aus dem 18. Jahrhundert. Außerdem befinden sich in dem Dorf ca. 100 historische Häuser, ein historisches Bahnhofsgebäude und ein ehemaliger Gutshof.

In Proszowa (Gräflich Kunzendorf) ist die spätgotische Kirche Zur Geburt Johannes des Täufers (Koœció³
pw. Narodzenia œw. Jana Chrzciciela) aus dem 15./16. Jahrhundert sehenswert, die im 18. Jahrhundert
im Barockstil umgebaut und nach einem Brand 1880 wieder aufgebaut wurde. Die neobarocke Innenausstattung enthält einen Altar, eine Kanzel und ein Taufbecken vom Ende des 19. Jahrhunderts. Außerdem stehen auf der Liste der Baudenkmäler: Ein Kirchhof mit einer Mauer, ein evangelischer Friedhof
sowie das alte Pfarrhaus.
Sehenswürdigkeiten in Mirsk
Die Stadt hat ihre historische urbane Struktur erhalten. Sehenswürdigkeiten: An der Ulica Koœcielna steht die Kirche
Mariä Verkündigung (Koœció³ Zwiastowania NMP) aus der Spätgotik/Frührenaissance, die 1562-67 umgebaut wurde.
Ihr Turm stammt von 1769. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde sie erneut umgebaut. Das hallenartige Innere hat ein Kreuzrip-
pengewölbe. Erhalten sind steinerne Details aus Spätgotik und Renaissance (z.B. wertvolle Wappen der Familien Schaffgotsch
und Zeidlitz an den Wänden beiderseits des Hauptaltars) sowie ein gotisches bzw. Renaissance-Portal von 1562, die Inne-
nausstattung von 1800-1805, u. a. der Altar, die Kanzel, das Taufbecken und verschiedene Skulpturen. Außen befinden sich
zwei Sandsteinfiguren – der Hl. Florian und der Hl. Johannes von Nepomuk aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts (aus
dem Atelier Webers, beide mit Wappen der Schaffgotschs). Auf dem Friedhof steht die barocke Grabkapelle der Kittelmanns
von 1743 mit einem schönen schmiedeeisernen Gitter von 1751. An den Wänden der Kirche und der Friedhofsmauer befin-
den sich zahlreiche Epitaphe aus dem 16. bis 19. Jahrhunderts, die ältesten sind von 1580. An der Stelle der 1346 erwähnten
alten Holzkapelle St. Barbara steht die nach mehrfachen Bränden (u. a. 1583 und 1699) wieder aufgebaute Friedhofskirche
aus dem 18. Jahrhundert. In der Mitte des Marktes steht das Rathaus von ca. 1559, das 1794-96 nach einem Brand im Barock-
stil umgebaut wurde. An den Wänden des Turms sieht man die Wappen der großen schlesischen Adelsgeschlechter Schaf-
fgotsch und Zeidlitz. An den Wänden und Holztüren des Rathauses sind verschiedene Versionen des interessanten Friede-
berger Stadtwappens zu sehen. Der Nordteil des Rathauses ist deutlich jünger, aus dem 19. Jahrhundert; früher war
dies der Sitz des städtischen Gerichts. Zuvor, ab dem 17. Jahrhundert hatten sich an der Stelle des neuen Rathauses
die Stände von Schuhmachern, Bäckern und Metzgern befunden, ab dem 18. Jahrhundert ein protestantisches
Bethaus im Fachwerkstil. Rings um den Markt stehen barocke Bürgerhäuser aus dem 18. Jahrhundert, die im
19. und 20. Jahrhundert umgebaut wurden. Am Markt sowie an den Straßen Ulica Betleja, Ulica Koœciel-
na, Ulica Mickiewicza, Ulica Zdrojowa, Ulica Prosta, Ulica G³owackiego und am Plac Targowy befin-
den sich zahlreiche Wohnhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die seither überwiegend umgebaut
wurden, deren Barock-Merkmale jedoch erhalten sind. Einige davon weisen Merkmale des ursprünglich
von Schweizer Kurorten entlehnten Pensionsstils auf, wie er u. a. für Œwieradów Zdrój (Bad Flinsberg)
und Szklarska Porêba (Schreiberhau) so charakteristisch ist. Andere denkmalgeschützte Gebäude sind
die restaurierte alte Mühle, in der sich heute das Geschäft „Fraszka“ befindet, der ehemalige Bahnhof,
das Kirchtor, der Pfarrfriedhof, das kürzlich renovierte Sozialzentrum – das frühere St.- Karl-Borromäus-
-Haus von 1911, außerdem ca. 250 Bürger- und Wohnhäuser, ein Pfarrhaus, drei Schulhäuser (an der
Ulica Betleja, der Ulica Sikorskiego und der Ulica Spacerowa) und das Postamt. Ein besonders auffälliges
Merkmal der Stadt ist der schöne Baumbestand – z.B. die zahlreichen Parks, Alleen und Baumspaliere
entlang der Straßen nach Kar³owiec (Karlsberg), Mroczkowice (Egelsdorf) und Giebu³tów (Gebhardsdorf),
in der Siedlung Skarbków, die Baumexemplare an den Straßen Ulica Betleja und Przedmieœcie, rings um
die Ruinen der evangelischen Kirche (Eichen, Buchen und Scheinzypressen), in der Nähe des alten Bahnhofs
(hauptsächlich Stieleichen und Buchen), auf den beiden Friedhöfen (Lindenallee, Buchen, Bergahorn, Schein-
zypressen), zwischen dem Queis und der Aleja Wojska Polskiego (viele Bäume monumentaler Größe – haupt-
sächlich Linden, Bergahorne, Eichen, Eschen und Buchen), ein Ginkgobaum an der Kreuzung der Ulica Wojska
Polskiego und Ulica Ogrodowa, sowie einige Exemplare in der
Nähe des alten Gutshofs an der Ulica Fabryczna.
Touristische Attraktionen

Das Isergebirge (Góry Izerskie) ist das westlichste Gebirgsmassiv in Polen.
Der größte Teil des Isergebirges liegt auf
tschechischem Gebiet. Auf polnischer Seite
befinden sich lediglich zwei parallel verlaufende Ketten – der „Zackenkamm“ (Grzbiet
Kamienicki) und der „Hohe Kamm“ (Wysoki Grzbiet), die durch die lang gezogene
Flinsberger Senke (Obni¿enie Œwieradowa)
getrennt sind. Nördlich davon erstreckt sich
die riesige Fläche des Isergebirgsvorlands
(Pogórze Izerskie).
Die nordwestlichen Hänge des Wysoki
Grzbiet werden vom Grenzfluss Iser entwässert, einem Nebenfluss der Elbe; der
übrige Teil einschließlich des Grzbiet Kamienicki werden von den Bober-Zuflüssen
Queis und dem Zacken (Kamienna) sowie
dem Kleinen Zacken (Ma³a Kamienna) entwässert. Das Isergebirge besteht aus oftmals metamorphen Graniten und Gneisen,
das Isergebirgsvorland überwiegend aus
Gneisen, Granitgneisen, Grauwacken und
Glimmerschiefern. Die Täler und Mulden
sind mit Miozänsedimenten gefüllt, durch
die Vulkankegel aus Basalt aufragen. Charakteristisch für die Landschaft des Isergebirgsvorlands sind die zahlreichen Steinbrüche, in denen mineralische Rohstoffe

abgebaut werden (Granite, Gneise, Basalte, Schiefer). Der größte Teil der Fläche ist
mit Feldern und Weiden bedeckt. Das gesamte Gebiet ist relativ dicht besiedelt – mit
Ausnahme des eigentlichen Isergebirges,
das wiederum zu den am schwächsten bevölkerten Teilen der Sudeten gehört. Die
Siedlungen konzentrieren sich am Rand
der Berge; hier befindet sich u. a. der Kurkomplex Œwieradów-Zdrój (Bad Flinsberg)
mit seiner Filiale in Czerniawa-Zdrój (Bad
Schwarzbach). Die Pflanzendecke des Isergebirges ist wenig differenziert – es wachsen hauptsächlich Tannen.
Das Isergebirge, vor 30 Jahren noch ökologisches
Katastrophengebiet, erlebt heute eine Renaissance.
Durch den Rückgang der Waldgebiete sind viele
Gipfel teilweise oder sogar ganz entwaldet. Die
wirkte sich jedoch positiv auf die optische Attraktivität der Berge aus. Von den Gipfeln des Isergebirges
erstrecken sich geradezu fantastische Panoramen
in alle Richtungen. Besonders attraktive Aussichten bieten die Gipfel der Heufuder (Stóg Izerski),
der Tafelfichte (Smrek), des Scheibenbergs (T³oczyna), Kocio³, Kamienica, Odarte Ska³y und des
Großen Geierstein (Sêpia Góra). Durch den Rückzug der Wälder, die geringe Bevölkerungsdichte
und das Verschwinden einiger Ortschaften erinnert
der Charakter dieser Berge stellenweise an das ostpolnische Gebirge Bieszczady. Doch nicht nur auf

polnischer Seite ist die Landschaft voller Attraktionen für Natur, Architektur, Kultur und Geschichte; ebenso interessant ist der tschechische Teil des
Isergebirges. Genannt seien an dieser Stelle nur das
Fahrradparadies in der Nähe von Bedøichov (Friedrichswald) und Jizerka (Klein-Iser), die barocke
Wallfahrtskirche und das private, aber öffentlich
zugängliche Arboretum in Hejnice (Haindorf), der
Kurort Laznì Libverda (Liebwerda), das historische
Frydlant (Friedland) mit seinem schönen Schloss, in
dem sich heute ein Museum befindet, die großartige Iser-Landschaft und die Panoramen von den
Gipfeln des Kauligen Berges (Paliènik), der Mittagssteine (Poledni Kameny), des Bergs Iser (Jizera), der
Raubschützfelsen (Pytlacke Kameny), die schön
gelegenen Seen Bedøichov (Friedrichswald), Josefùv Dùl (Josefstal) und Souš, Liberec (Reichenberg)
mit seinen zahlreichen Baudenkmälern, dem botanischen Garten, dem Zoo und dem größten Aquapark in Tschechien. All diese Orte sind wirklich sehenswert; daher spielen auch die Grenzübergänge
eine wichtige Rolle – sie werden ständig mehr und
sind geradezu ein regionales Symbol des sich vereinigenden Europas. Dank der Straßenübergänge

Jakuszyce (Jakobsthal)-Harrachov (Harrachsdorf)
und Czerniawa (Bad Schwarzenberg)-Nové Mìsto
(Neustadt) sowie dem Fußtouristenüberweg auf der
Tafelfichte – in der Nähe einer ehemaligen Eisengießersiedlung und dem heutigen Berghütte Orle
zwischen den Ortschaften Œwiecie (Schwerta) und
Jindøichovice pod Smrkem (Heinersdorf an der Tafelfichte) – ist der tschechische Teil des Isergebirges
heute leichte zugänglich.
Eine wesentliche Rolle spielt in der Region der Aktivtourismus –
Wandern, Klettern, Radfahren, im Winter – sowohl auf polnischer
als auch auf tschechischer Seite – auch der Skilanglauf (Jakuszyce,
Umgebung von Bedøichov/Friedrichswald und Jizerka/Klein-Iser)
und der Skiabfahrtslauf (Œwieradów Zdrój/Bad Flinsberg, Szklarska
Porêba/Schreiberhau, Bedøichov/Friedrichswald, Janov nad Nisou/
Johannesberg, Desná (Dessendorf), Špièák/Spitzberg).
Kulturereignisse
Jedes Jahr im Sommer werden in der Gemeinde Mirsk
viele Veranstaltungen organisiert. Das „Flagschiff“
unter den hiesigen Festivals ist jedoch die seit acht
Jahren in der zweiten Julihälfte stattfindende „Isergala“ (Izerska Gala).
Das Programm der zweitägigen Freiluftveranstaltung
enthält Elemente der polnischen und europäischen
Folklore. Auf dem Festival kann man die Kultur, die
Sitten, das Handwerk, die Musik, den Tanz und auch
die traditionelle Küche aus dem Isergebirge, dem
Vorland und mehr kennen lernen. Die Veranstaltung
richtet sich jedoch nicht nur an Erwachsene. Das reichhaltige Angebot für das jüngere Publikum umfasst
Spiel und Sport, Wettbewerbe und Konzerte. Am Nachmittag entern Rockbands die Bühne und kämpfen um den 1. Platz beim landesweiten Wettbewerb
„Rock am Queis“ (Rock nad Kwis¹), abends gehört
die Bühne dann den Hip-Hop-Künstlern.
Herzlich Willkommen
in Nové Mìsto pod Smrkem
Die Entstehung von Neustadt an der Tafelfichte – heute
Nové Mìsto pod Smrkem – hängt eng mit dem Abbau von
Zinn und anderen Buntmetallen in ihrer Umgebung zusammen. Sie wurde 1584 von Melchior von Redern gegründet.
1592 erhielt die Stadt das Bergrecht sowie das Recht auf
Verhängung der Todesstrafe, das Recht auf einen Markttag
in der Woche, ein Stadtwappen und einige andere Privilegien. Innerhalb kurzer Zeit wurde die Stadt nach einem

einheitlichen Plan erbaut, wovon das rechtwinklige Raster
der Straßen und Plätze zeugt. Ihr Grundriss ähnelt anderen
Bergbaustädtchen, z.B. im Erzgebirge.
Der Bergbau verschwand Mitte des 17. Jahrhunderts fast
vollständig und die Bürger des Städtchens begannen, sich
mit Arbeit in den Sägewerken, dem Spinnen von Leinen
und Baumwolle sowie der Weberei zu ernähren. Die jahrhundertealte Heimarbeitstradition wurde Mitte des 19.
Jahrhunderts von der maschinellen Textilproduktion abgelöst, zu deren Entwicklung besonders der Industrielle Ignatz
Klinger beitrug. In jener Zeit erlebte die Stadt ihre größte
wirtschaftliche Blüte, das Rathaus wurde wieder aufgebaut,
man errichtete Schulen, einen Kirchturm, einen Falkenhof,
städtische Bäder mit einem Schwimmbecken, einen Aussichtsturm und eine Touristenherberge auf der Tafelfichte
(tschechisch Smrk, polnisch Smrek). Außerdem wurde eine
Bahnlinie eröffnet.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Entwicklung der
Stadt gebremst. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde
die deutsche Bevölkerung ausgesiedelt. Die maschinelle
Produktion von Textilartikeln wurde hier bis Ende des letzten Jahrhunderts fortgesetzt.
In der Stadt bzw. ihrer Umgebung kann man eine „natürliche Badeanstalt“ mit Unterbringung in kleinen Häusern
sowie eine renovierte Jugendstil-Badeanstalt mit Schwimmbecken und Sauna besuchen. Seit 2000 führt ein Wanderweg bis zum Gipfel der Tafelfichte, auf der ein neuer

Aussichtsturm steht. Radfahrern stehen hier Radwege nach
Polen und Deutschland zur Verfügung. Sehenswert sind
auch das Stadtmuseum, die nahe gelegene Mineralquelle
„Neustädter Sauerbrunnen“ und das architektonisch interessante Klinger-Mausoleum. Die Stadt ist Ausgangspunkt
für Ausflüge ins Isergebirge, in dem viele Wander- und
Radwege sowie Skistrecken markiert wurden. Bei guten
Schneebedingungen kann eine vorbereitete Langlaufloipe
nutzen, die am Parkplatz bei den Sauerbrunnen beginnt an
der Tafelfichte vorbei zur Skimagistrale Isergebirge führt.
LANDESKUNDLICHE INFORMATIONEN ...
1. Augustów [Augustthal]. Die Siedlung war
über lange Zeit mit den Gütern der Familie von Üchtritz verbunden. Im Dorf haben
sich Exulanten (Flüchtlinge aus religiösen
Gründen) aus der Tschechei angesiedelt.
Der Name ist vom Namen der damaligenGutsbesitzerin Auguste von Üchtritz abgeleitet. Hier befinden sich etwa 20 alte
sehenswerte Wohnhäuser.
2. Blizbor. Im 16. Jh. wurde an den Hängen
des Berges Zinnerz abgebaut und ab der
Hälfte des 18. Jh. wurde im Tal des Bachs
Potok Przecznicki Kobalterz gewonnen.
Vom Gipfel aus hat man einen schönen
Blick auf das Iservorgebirge in nördlicher
Richtung.
3. Brzeziniec [Birkicht]. Dieses Dorf liegt
nördlich von Mirsk, direkt am Queis-Fluss
und wurde aus diesem Grund seit seiner
Entstehung oft von Hochwasser heimgesucht. Das Dorf entwickelte sich aus einem
Vorwerk, welches zur Burg Greiffenstein
[zamek Gryf] gehörte. Im Dorf befand sich
seit jeher ein Grenzkontrollpunkt, da es
an der Grenze der Güter der Familie von
Schaffgotsch und der schlesisch-sächsischen Grenze liegt. Heute findet man hier
etwa 20 alte Häuser (hauptsächlich Mauerwerk- und Fachwerkhäuser) sowie das
Gebäude einer ehemaligen evangelischen
Schule. Am Ende des Dorfes steht eine
wunderschöne Eiche (Naturdenkmal).
4. Chatka Górzystów. Eine außergewöhnlich
reizvolle Baude auf der Iseralm [Hala Izerska], obwohl die Bedingungen fast spartanisch sind. Im Gebäude gibt es praktisch
keinen Strom. Die Unterkunft ist ein beliebter Treffpunkt für Touristen und Studenten. Sie ist schon lange auch über die
Landesgrenzen hinaus bekannt. Vor dem
Krieg, war dies das im Jahr 1935 errichtete Gebäude einer Schule, die von Kindern
aus der heute nicht mehr vorhandenen
Siedlung Groß Iser (Wielka Izera) besucht
wurde. Innen kann man Vorkriegsbilder
aus der Umgebung bewundern.
5. Ciemny W¹dó³. Ein wunderschönes, wildes
und bewaldetes Tal am Oberlauf des Baches Mro¿ynka, am Nordhang des Berges
Kowalówka. Im oberen Teil des Tals stan
den die Ruinen der sog. Heidnischen Kapelle. Dort entspringt die Wolframquelle.
In der Nähe stand ebenfalls die Alte Tanne [Stara Jod³a].
6. Czartowskie Ska³y. Eine Anhöhe (475 m)
im Vorgebirge Przedgórze Rêbiszowskie
mit Felsen in der Nähe des Gipfels. Von
den Felsen aus erstreckt sich ein wunderbarer Blick auf das Isergebirge und Iservorgebirge.
7. D³u¿ec. Ein langgezogener und schwach gezeichneter Gipfel, bestehend aus Granitgneis, bewachsen von Fichtenwäldern. Auf
der Südseite verläuft unterhalb der Spitze
der Tabakpfad [Tytoniowa Œcie¿ka] und
weiter unten befindet sich die Tabakquelle
[Tytoniowe Ÿród³o]. In der Nähe ist findet
das Birkhuhn Zuflucht.
8. Tal des Schwarzen Baches [Dolina Czarnego Potoku]. Ein herrliches, bewaldetes
und tief eingeschnittenes Tal in der Nähe
des Ortes Czerniawa [Schwarzbach]. Auf
einer Höhe von ca. 700 m ü.d.M. ist eine
Talsperre errichtet worden. Zu Vorkriegszeiten war dies ein Zielort von Ausflügen
der Kurortgäste aus Czerniawy Zdrój [Bad
Schwarzbach].
9. Sudetenweg [Droga Sudecka]. Eine der
schönsten Strecken in den Sudeten. Der
Abschnitt Bad Flinsberg – Schreiberhau
[Sieradów Zdrój – Szklarska Porêba] ist
der Anfang einer unvollendeten touristischen Autostrecke entlang der gesamten
Sudeten. Der Weg ist in den 30er Jahren
gebaut und in den 70er Jahren in das
Projekt des Sudeten-Karpatenwegs aufgenommen worden.
10. Gajówka [Hayne]. Ein kleines Dorf im
Raczyna-Tal, gegründet im 17. Jh. von
Exulanten aus der Tschechei. Um 1700
ist das Dorf von Hochwasser komplett
zerstört worden und wurde in den Jahren
1720-1730 wieder aufgebaut. In Gajówka
stehen etwa 20 sehenswerte alte Gebäude,
hauptsächlich Mauerwerk- und Fachwerkhäuser.
11. Giebu³tów [Alt Gebhardsdorf]. Ein großes Dorf, erstmals erwähnt im Jahr 1328.
Es entstand als eines der Dörfer, die zur
Schwertburg [zamek Œwiecie] gehörten.
Ungewöhnlich ist, das Gebhardsdorf sich
über mehrere Jahrhunderte hinweg imBesitz derselben Familie von Üchtritz befand. Im Jahr 1508 besuchte Tetzel, ein
dominikanischer Ablasshändler, das Dorf.
Unter anderem aus seinem Grund formulierte Luther seine bekannten Thesen. Das
Dorf wurde sehr früh (um 1530) zu einem
Zentrum des Protestantismus in Schlesien. Es entwickelte sich rasch, wovon die
Entstehung der anliegenden Ortschaften
Augustów, Giebu³tówek und Wola Augustowska zeugte. Im Dorf befindet sich eine
interessante Kirche des Hlg. Michael, ursprünglich 1508 errichtet, grundlegend im
barocken, sog. “Grenz-Stil” umgebaut. Zur
Messe kamen hier sogar die protestantischen Bewohner von Hirschberg [Jelenia
Góra]. Die Kirche besitzt einen interessanten Turm mit Sonnenuhr vom Anfang des
18. Jh. Zur barocken Innenausstattung
aus dem 18. Jh. gehört u.a. ein wunderbarer Altar, eine Kanzel, ein Taufbecken,
ein Gewölbe mit Polychrom und eine Orgel. Damals befanden sich in der Kirche
herrliche Emporen, die jedoch in der Hälfte des 20. Jh. abgenommen worden sind.
Zu den Denkmälern zählen ebenfalls der
Friedhof und eine Reihe steinerner Grabplatten aus dem 17. und 18. Jh. Oberhalb
des Dorfes befindet sich ein klassizistischbarockes Schloss aus dem Jahr 1760, umgebaut im 19. und 20. Jh., heute nur noch
eine Ruine. Vor dem Schloss erstreckt sich
eine Terrasse mit 2 Bastionstürmen. Im
Schlosspark stehen wertvolle Bäume, u.a.
ein Spalier von Sawarazedern, Stieleichen
und Winterlinden. Von der Hauptstrasse
aus führt eine wunderschöne Allee gesäumt von Ahornbäumen und Eschen zum
Schloss und Park. Daneben erstreckt sich
eine Wiese von der aus man einen großartigen Blick auf das Tal Kotlina Mirska,
das Isergebirge [Góry Izerskie] und das
Riesengebirge [Karkonosze] hat. Im Dorf
befinden sich etwa 100 sehenswerte alte
Gebäude (hauptsächlich Mauerwerk- und
Fachwerkhäuser). Zu Kriegszeiten befand
sich hier ein Nebenlager von Groß-Rosen
für Frauen, dessen Häftlinge in den örtlichen Textilfabriken arbeiteten.
12. Giebu³tówek [Neu Gebhardsdorf]. Die
Siedlung entstand im 17. Jh., gegründet
von tschechischen Exulanten. Es befinden
sich hier etwa 30 sehenswerte alte Wohnhäuser.
13. Gierczyn [Giehren]. Das Dorf war ein wichtiges Bergwerkzentrum verbunden mit den
örtlichen Vorkommen von Zinnerz, das die
Bergarbeiter aus dem tschechischen Jachymova abbauten. Die Vorkommen sind
von Hans Wiese und Mathäus Söhnel aus
Jachymova (damals Joachimsthal) entdeckt worden, die angeblich in Richtung
Miedzianka zogen. Anfang des 16. Jh. begann die Ansiedlung von Bergarbeitern.
Jährlich wurden hier ca. 20 Tonnen Zinn
gewonnen. Die Bergarbeiten wurden vom
Dreißigjährigen Krieg unterbrochen und
im 18. Jh. wieder aufgenommen. Das Gewinnen und Schmelzen wurde hier bis Anfang des 19. Jh. betrieben. Im Dorf steht
die Kirche zur Mariä Geburt aus dem Jahr
1604, umgebaut in der Hälfte des 17. Jh.
sowie im 18. Jh. Innen findet man ein
Renaissance-Kassettendecke vom Anfang
des 17. Jh., ein steinernes Taufbecken aus
dem Jahr 1557, einen barocken Altar aus
dem 14. Jh. und eine Kanzel im Rokokostil aus dem 18. Jh., sowie steinerne Epitaphien und Grabplatten aus dem 18.-19.
Jh. Die Kirche ist von einer alten Mauer
umgeben, errichtet aus allen örtlich vorkommenden Mineralen – ebenfalls unter
Denkmalschutz. In der Nähe befindet sich
ein alter Kirchfriedhof mit interessanten
Baumexemplaren (Sawarazeder, Nootkatzypresse, Abendländische Thuja). Im
westlichen Teil des Dorfes befindet sich
ein zerstörter evangelischer Friedhof mit
wertvollem Baumbestand (Sawarazeder,
Kastanie). Im nördlichen Teil des Dorfes
findet man eine sehenswerte Parkanlage
vom Ende des 19. Jh. und Anfang des 20.
Jh., ebenfalls mit wertvollem Baumbestand. Daneben befindet sich ein denkmalgeschütztes Schlösschen mit Innenhöfen,
einem Gärtnerhaus und Schlosstor. Im
Dorf haben sich etwa 50 alte Gebäude, davon viele Umgebindehäuser, erhalten.
14. Giehren Wiesen [Gierczyñskie £¹ki]. Sehr
wertvolle Wiesenlandschaft. Unter anderem kommen hier folgende Pflanzen vor:
Maiglöckchen, Herzbeer, Arnika, Wald-
Läusekraut, Faulbaum und viele andere
geschützte Pflanzenarten. Dieser Ort verdient es, unter Naturschutz zu stehen.
15. Granicznik. Granitfelsen an der Iser [Izera] und deren Zusammenfluss mit der
Kleinen Iser [Izerka], in der Nähe der
Herberge “Orle”. Von dort aus hat man einen herrlichen und einzigartigen Blick auf
das wilde Isertal und den Buchberg [Buko
vec] auf der tschechischen Seite. Fast der
ganze Berg ist ein Naturschutzgebiet mit
einer wertvollen Pflanzenwelt (u.a. Sudetenbuchen).
16. Groß Iser [Wielka Izera] Das heute nicht
mehr existierende Dorf auf der Iseralm
[Hala Izerska] wurde etwa 1630 von
tschechischen Exulanten gegründet, die
in diese Gegend vor der Gegenreformation flohen. Zur größten Blütezeit standen
im Dorf 35 Häuser bei einer Bevölkerung
von 250 Personen. Außer einer Schule gab
es hier ebenfalls Gaststuben für Touristen von Œwieradów Zdrój [Bad Flinsberg],
eine Zelle, eine Mühle, das Jagdhaus des
Grafen Schaffgotsch und ein Försterhaus.
Die Bevölkerung lebte hauptsächlich von
Viehhaltung und Holzabbau, aber auch
von der Jagd und dem Schmuggel.
17. Grudza. An der Stelle der heutigen Ortschaft Grudza soll eine slawische Siedlung
und ein kleine Befestigung gestanden haben. Das Dorf wurde im 13. Jh. gegründet
und war ab dem 16. Jh. mit dem Benediktinerinnen-Kloster von Lubomierz [Liebenthal] verbunden. Aus diesem Grund wohnten im Dorf, ähnlich wie in anderen Klosterdörfern, fast ausschließlich Katholiken.
Hier steht eine spätgotische Kirche zur
Hlg. Maria aus dem 15. Jh., grundlegend
umgebaut oder fast neu errichtet als spätbarocke Kirche in den Jahren 1765-68 mit
einem Turm; Innen befindet sich ein elliptisches Gewölbe, ein Altar und eine Kanzel
im Rokokostil, barocke Seitenaltäre und
ein Antependium aus dem Jahr 1776 auf
dem Hauptaltar sowie ein steinernes Taufbecken aus dem 17. Jh. mit einer barocken
hölzernen Bedeckung aus dem 18. Jh. Im
Dorf findet man Ruinen einer Windmühle,
die vor dem 2.Weltkrieg, also in der Zeit,
als Grudza ein Sommerferienort war, auch
als Aussichtsturm diente. Der Ausblick
vom Turm wurde als einer der schönsten
in der Gegend gerühmt. Außerdem stehen
im Dorf etwa 50 alte Gebaute, die einen
Denkmalwert besitzen, darunter auch
Umgebindehäuser.
18. Gryf. Ruinen der Burg auf dem basaltenen Gipfel der Anhöhe (462 m). Die Burg
wurde um das Jahr 1200 von Boles³aw
Wysoki oder Henryk Brodaty an der Stelle einer ehemaligen Befestigung errichtet.
Nach dem Erlöschen der Piast-Dynastie
von Schweidnitz-Jauer [œwidnicko-jaworskiej], ging die Burg in den Besitz der
tschechischen Könige und anschließend
den der Familie Schaffgotsch über. Im 16.
Jh. wurde sie ausgebaut und fortifiziert,
im Jahr 1641 von den Schweden erobert,
1799 teilweise abgebaut und die Teile als
Baumaterial für das am Fuß der Burg
errichtete Vorwerk und das neue Schloss
benutzt. Seitdem steht die Burg als Ruine
da. Mit der Anhöhe sind viele Legenden
vom Vogel Greiff, der dort sein Nest hatte,
verbunden. Von den Burgruinen und der
unterhalb unweit gelegenen Kapelle zum
Hlg. Leopold aus erstrecken sich unvergessliche Blicke auf das Isergebirge und
Iservorgebirge, das Riesengebirge [Karkonosze] und das Bober-Katzbachgebirge
[Góry Kaczawskie].
19. Iser [Izera]. Ein Fluss, dessen oberer
Abschnitt auf der polnisch-tschechischen
Grenze verläuft. Es ist der rechte Nebenfluss der Elbe [£aba]. Im Oberlauf fließt
die Iser in einem wunderschönen, wilden
und schlängelnden Flussbett durch lang
ausgedehnte Hochmoore. Die Iser stellt
die Haupttrinkwasserquelle für die Stadt
Prag dar. Der Fluss hat eine Länge von
164 km. Das Isertal war bereits vom 14.
Jh. an ein Gebiet, in dem intensiv nach
Gold und Schätzen gesucht wurde. Im 17.
Jh. entwickelte sich die Besiedlung und
der heute nicht mehr vorhandene Glasbetrieb. Das Quellgebiet der Iser ist seit
1787 ein von den Gütern Greiffenstein und
Frydland umstrittenes Territorium.
20. Iseralm [Izerska Hala]. Eine Senkung im
Isertal an der Stelle, wo die Iser mit den
Bächen Jarzêbnik, Wrzeœnik und Jagniêcy
zusammenfliest. Größtenteils von Hochmooren umgeben, die auf dem Gebiet von
Koby³a £¹ka bis zum Isermoor [Izerskie
Bagno] in 2 Naturreservaten unter Schutz
steht. Die Iseralm ist die naturlandschaftlich wertvollste Region des Isergebirges.
Hier treten viele Reliktpflanzen, Torfpflanzen und geschützte Pflanzenarten auf. Es
wachsen hier unter anderem: Zwerg-Birke, Aufrechte Bergkiefer, Zwerg-Wacholder, Rundblättriger und Langblättriger
Sonnentau, Deutsche Rasenbinse, Seiden-Wollgrass, Torfbeere, Blumenbinse,
Schlamm-Segge, Rauschbeere, Marsch,
Rosmarienheide, Weißes Schnabelried,
Moosbeeren und Schwarze Krähenbeere.
Interessant ist ebenfalls die Tierwelt. Es
treten zum Beispiel auf: Wasserpieper,
Wasseramsel, Heidellerche, Feldschwirl,
Birkenzeisig, Birkhuhn, Raufußkauz,
Waldohreule, Wiesenpieper, Schnepfe, Gebirgsstelze und Flussregenpfeifer auf. Früher existierten auf der Iseralm Siedlungen,
darunter Groß Iser. Durch das Gebiet des
Naturreservats führt ein Naturweg.
21. Isermoor [Izerskie Bagno]. Ein ausgedehntes, sich entlang beider Seiten der
Grenze und der Iser erstreckendes Moorgebiet, teilweise von Wald und Bergkiefer
bewachsen. Das Moorgebiet des Isertals
stellt den nördlichen Rand des Reservats
dar. Hier tritt eine für Moorgebiete typische Pflanzenwelt auf, darunter auch Reliktpflanzen und geschützte Arten. Das
Gebiet des Isermoors auf der tschechischen
Seite unterliegt dem Schutz in einem großen Naturreservat: Rašeliništì Jizery,
welches für die UNESCO-Liste der wertvollsten geschützten Gebiete auf der Welt
angemeldet worden ist. Das Isermoor ist
wild und unbewohnt. Es stellt ein in den
Sudeten inzwischen seltenes Fragment einer naturnahen Landschaft dar.
22. Iserbuckel [Izerskie Garby]. Ein Gipfel
(1088 m) auf dem Hohen Kamm (Wysoki
Grzbiet). Den Gipfel bildet eine Quarzader, von der bereits seit dem Mittelalter
Quarz gewonnen wird. Im Quarzbergwerk
“Stanis³aw” (dem am höchsten gelegenen
Steinbruch in Polen) wird Quarz für die
Zwecke der Keramik-, Glass- und Stahlindustrie gewonnen. Mit dem Gipfel ist
eine Legende verbunden, laut der in der
Grotte am Nordhang des Berges die geheimnisvolle Figur des Götzen Flins, der
in vorchristlichen Zeiten vom Stamm der
Lausitzer verehrt wurde, versteckt ist.
23. Das Lammbach [Jagniêcy Potok]. Linker Nebenfluss der Iser. Der Bach fließt
durch die malerische Schlucht Jagniêcy
Jar und mündet auf der Iseralm [Hala
Izerska].
24. Hirschfelsen [Jelenie Ska³y]. Mehr als
zehn Meter hohe Felsen aus Granitgneis
an den Nordhängen des Berges T³oczyna.
Vor dem 2. Weltkrieg war dies ein bekannter Aussichtspunkt. Die Felsen sind von
der Gierczyn-Proszowa Strecke aus zu sehen.
25. Der Gipfel Kamienica . Der höchste Gipfel des Gebirgszuges Grzbiet Kamienicki.
In der Nähe (zwischen den Gipfeln Kamienica – D³u¿ec – Kowalówka) befindet sich
der Balzplatz des Birkhuhns - der größte
in den Iserbergen und einer der größten in
Polen. Hier treten auch andere seltene Vogelarten auf: Raufußkauz, Waldohreule,
Waldkauz, Hohltaube und Zwergschnäpper.
26. Kamieñ [Steine]. Ein langgezogenes Dorf
am Queis. An der Stelle des heutigen Dorfes existierte schon im Neolitikum eine
Siedlung. Denkmäler: der sog. Hof (tatsächlich handelt es sich um den Sitz des
Försters auf den Gütern der Familie von
Schaffgotsch) aus dem Jahr 1690, umgebaut in der Hälfte des 18. Jh. (in der Nähe
befinden sich Teiche, ein alter Wald und
der Berg Wyrwak). In Kamieñ stehen etwa
20 sehenswerte alte Gebäude (hauptsächlich Mauerwerk- und Fachwerkhäuser).
Im Dorf befindet sich die Jugendherberge“Halny” mit 60 Übernachtungsplätzen. In
der Nähe der Herberge erstrecken sich
Wiesen mit äußerst wertvoller und seltener Pflanzenwelt.
27. Kar³owiec [Karlsberg]. Das Dorf entstand
auf den Gütern der Familie von Üchtritz
nach 1650, gegründet von Exulanten. Im
Dorf findet man ein Vorwerkkomplex mit
einem alten Hof aus dem 19. Jh., einen
Hofpark und etwa 20 alte Gebäude, hauptsächlich Mauerwerk- und Fachwerkhäuser. In der Dorfmitte steht ein prachtvolles
Exemplar einer Eiche (Naturdenkmal).
28. K³opotnica [Neusorge]. Dieses Dorf entstand relativ spät (im 17. Jh.) als eine
Kolonie von Grudza. Hier stehen etwa 20
sehenswerte alte Gebäude, hauptsächlich
Mauerwerk- und Fachwerkhäuser.
29. Kocio³. Ein Gipfel (721 m) des Gebirgszuges Grzbiet Kamienicki oberhalb des Ortes
Kotlina. Nördlich des Gipfels findet man
einen Felsvorsprung mit einem fantastischen Blick auf die gesamte Umgebung.
Unter anderem ist von dort aus das Tal
Kotlina Mirska, die Burg Greiffenstein
[Zamek Gryf], die Teiche in Rêbiszów, ein
großer Teil des Iservorgebirges und des Bober-Katzbach Gebirges zu sehen. Legenden
verbinden den Gipfel mit der Burg, die im
Jahr 1161 in der Nähe des Felsvorsprungs
errichtet werden sollte, ursprünglich als
ein Jagdschlösschen, später als eine über
das weite Tal wachende Festung.
30. Kobelwiese [Kobyla £¹ka]. Eine feuchte, moorige und besonders schöne Wiese.
Teilweise gehört sie zum Naturreservat
Isermoor [Torfowisko Izerskie]. Es handelt
sich um das am südlichsten gelegene Ge
biet der Iserhalm [Hala Izerska] am Zusammenfluss der Iser und der Koby³a. Die
deutsche Bezeichnung “Kobelwiese” deutet darauf hin, dass hier früher Gebäude
für die Tierhaltung standen.
31. Stanislaw-Grube [Kopalnia Stanis³aw].
Ein Tagebau in den Iserbergen, auf 1088
m ü.d.M. gelegen. Hier kann man Quarz
von außergewöhnlicher Reinheit finden,
der strategischen Wirtschaftssektoren
– der Stahl-, Glass- und Keramikindustrie
geliefert wird.
32. Kotlina [Regensberg]. Ein kleines verstreutes Dorf am Nordhang des Kocio³.
Angeblich ließ bereits König Boles³aw IV
Kêdzierzawy hier ein Jagdschloss errichten, Tatsache ist jedoch, dass das Dorf im
18. Jh. von der Familie von Schaffgotsch
in Verbindung mit Bergbauarbeiten in
der Umgebung gegründet wurde. Im Jahr
1903 entstand hier die Herberge „Kesselschlossbaude” von Bruno Rösch, umgebaut
in ein Berghotel. Es warb für sich als das
die schönste Herberge des Riesengebirges und des Isergebirges. Zu Zeiten des 2.
Weltkriegs wurde das Gebäude als ein Ferienhaus mit Restaurant und ein Zentrum
für alleinstehende Mütter als Teil der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt genutzt, nach dem Krieg richtete man hier
ein Erholungsort und später ein Pfadfinderzentrum ein. Zurzeit befindet sich das
Objekt leider im Ruinenzustand. In der
Nähe findet man einen wunderschönen
und wertvollen Baumbestand.
33. Krobica [Krobsdorf]. Das Dorf entstand auf
den Gütern der Familie von Schaffgotsch
und verdankt seine Entwicklung dem
Bergbauzentrum in Gierczyn. Ein Grossteil der Bergbauarbeiter wohnte gerade
hier. Im 16. Jh. wurden in der Umgebung
des Dorfes Untersuchungen geleitet und
kleine Mengen von Zinnerz gewonnen. Im
Dorf befindet sich ein altes Schulgebäude
und weitere 48 sehenswerte Häuser, ein
Teil davon Umgebindehäuser.
34. Kwieciszowice [Blumendorf]. Das im 13.
Jh. gegründete Dorf gehörte der Familie
von Schaffgotsch. Etwa 40 alte, bewohnte Mauerwerk- und Fachwerkhäuser sind
erhalten geblieben. Das interessanteste ist
das Haus Nr. 42 mit einer Holz- und Fachwerkkonstruktion aus dem Jahr 1758, umgebaut am Anfang des 20. Jh. Ein Teil der
Gebäude sind Umgebindehäuser.
35. Der Queis [Kwisa]. Linker Nebenfluss
des Bober, Länge: 136 km, Einzugsgebiet:
1006 km2. 3 Quellen des Queis, bezeichnet
als Wid³y 1, Wid³y 2 i Wid³y 3, entspringen in den Iserbergen, am nördlichen
Hang des Hohen Kamms auf einer Höhe
von etwa 1000 m ü.d.M. Bis Anfang des
20. Jh. trat in den Gewässern des Queis
und seiner Nebenflüsse die Flussperlmuschel auf. Versuche einer Wiederbelebung
waren nicht erfolgreich. Der Queis stellt
die Grenze zwischen Schlesien und der
Oberlausitz dar. Er kann ein gefährlicher
und zerstörerischer Bergfluss sein. Nach
dem argen Hochwasser im Jahr 1897 wurde entschieden, auf dem Queis zwischen
Leœna [Marklissa] und Gryf Œl¹ski [Greiffenberg] Talsperren zu errichten. In den
Jahren 1900 – 1905 wurde die Talsperre
Marklissa [Zapora Leœniañska] errichtet
-der Marklissa See [Jezioro Leœniañskie]
ist 15 Millionen m3 groß. In den Jahren
1919-1924 wurde die Talsperre Goldentraum [Zapora Z³otnicka] gebaut – der
Goldentraum See [Jezioro Z³otnickie] hat
eine Fläche von 12 Millionen m3. An den
Ufern der Seen befinden sich einige attraktive Erholungsstätten.
36. Wäldchen [Lasek]. Ein kleines Gut bei
Gierczyn an den Hängen des Blizbor (712
m), auch Fersztlem genannt. Bis zum 2.
Weltkrieg befand sich hier ein sehr bekannter Wintersportort, während des
Krieges funktionierte er unter der Leitung
der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt. Vor Ort gab es Skiausrüstung und
Skilehrer. Im Sommer wurde es als Erholungszentrum und luxuriöse Herberge
betrieben. Zurzeit wird es erneuert. Es befindet sich in Privatbesitz.
37. Der Wald Las Kaolinowy. Ein Wald im
Osten des Berges Wyrwak und des Ortes
Mroczkowice. Im Wald befindet sich eine
Abbaustätte von Kaolin – einem Porzellanton, einem Ablagerungsgestein, dessen
Hauptbestandteil Kaolinit ist, der aber
auch Quarz und Glimmer enthält. Kaolin
entsteht durch die Witterung von Magma, Metamorphose- und Ablagerungsgestein.
Er fühlt sich “fettig” an. Das hier auftretende Kaolingestein ist weiß und grau
gefärbt. Heute ist die Abbaustätte mit
Wasser aufgefüllt und bildet eine Gruppe
kleiner Seen.
38. £u¿ec. Ein weitläufiger, bewaldeter, teilweise feuchter Gipfel aus Granitgneisen.
In der Hälfte des 19. Jh. wurde am Nordhang die Neue Iserstrecke [Nowa Droga
Izerska] für Kurgäste aus Bad Flinsberg
gebaut, die auf diesem Wege zur Gaststube auf der Iserwiese [Polana Izerska] und
weiter zur Iseralm [Hala Izerska] spazierten.
39. Marcówka. Eine Anhöhe (389 m) nördlich
der Stadtmitte von Mirsk. Hier entstand
im Mai 1813 ein großes Militärlager unter
der Leitung des Brigadegenerals Macdonald, bestehend aus 275 Baracken für 14
Tausend Soldaten (die Baracken standen
auf der Anhöhe, unterhalb des Waldes, neben der heutigen Siedlung Skarbków). Zur
selben Zeit stationierte in Mirsk eine Abteilung von 600 Mann unter der Leitung
von Divisionsgeneral Le Dru. Die Soldaten
blieben hier bis August 1813. Nach der
Niederlage der napoleonischen Armee bei
Kaczawa war das Lager nicht mehr notwendig und die Baracken wurden vom Dominium Gryf verkauft.
40. Mirsk [Friedeberg]. Eine alte, ursprünglich lausitzer Handelssiedlung, die bereits
Ende des 11., Anfang des 12. Jh. erwähnt
wurde. Der erste vom Namen und Nachnamen her bekannte Vogt war Bernard Rym.
Sein Wappen hatte das Symbol einer Eule.
Daher stammt die erste Bezeichnung der
Siedlung: Sowia Wieœ. Die Stadtrechte erhielt Mirsk im 14. Jh. von Herzog Henryk
Jaworski (höchstwahrscheinlich im Jahr
1338). Nach dem Fall der Herzöge von
Schweidnitz-Jauer [œwidnicko-jaworskiego] kam die Ortschaft unter tschechische
Herrschaft. Später, in der zweiten Hälfte des 14. Jh., gehörte Mirsk zum “Staat
Greiffenberg” [“Pañstwo Gryf”]. Auf Beschluss des tschechischen Koenigs Ferdinand I. von Habsburg aus dem Jahr 1544,
bekannt als “decisio Ferdinandea”, laut
dem der Koenig eine formale Korrektur der
Grenze am Queis registrieren ließ, gehört
Mirsk letztendlich zu Schlesien und nicht
zur Lausitz. Mirsk war von 1425 bis 1808
im Besitz der Familie von Schaffgotsch.
Im Jahr 1521 erhielt die Stadt das Recht,
alljährlich einen Jahrmarkt am Tag der
Hlg. Maria Magdalena, dem 22. Juli, zu
organisieren (heute findet an diesem Tag
das Stadtfest unter dem Namen Iser Folkloregala [Izerska Gala Folkloru] statt).
Im Jahr 1500 wurde in Mirsk Anzelmus
Ephorinus geboren. Er wanderte beinahe durch ganz Europa, lernte und lehrte
später selbst an der Krakauer Akademie
[Akademia Krakowska] und verband sein
Leben letztendlich mit Polen. Er war Theologe, Philosoph, Arzt, Pädagoge und Dichter. Seine private Bibliothek stand der Büchersammlung des Sigismunds August in
nichts nach. Anselm war unter anderem
mit Erasmus von Rotterdam befreundet
und war bei ihm einige Zeit zu Gast. Erasmus von Rotterdam sagte über Anselm: “
Ich habe im Leben viele Pädagogen kennen gelernt, jedoch unter denen, die Ansehen verdienen habe ich bisher niemanden
getroffen, der so gewissenhaft ist, so viel
Hingabe zeigt und so gute Manieren hat
wie Anselm“. Nach dem Dreißigjährigen
Krieg, den Schlesischen Kriegen und den
damit verbundenen Dutzenden von Plünderungen und häufigen Bränden, wurde
die Stadt wiederaufgebaut. (Der letzte
große Brand, der fast die gesamte Stadt
zerstörte, brach im Jahr 1767 aus; insgesamt gab es etwa 8 Brände). Aus dieser
Zeit, dh. dem Ende des 18. Jh., stammt
der Grossteil der Bebauung. Laut deutscher Kroniken, verweilte im August 1790
auf Einladung der Familie Friedrich – bekannten Glass und Edelsteinschleifern,
der große deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe. Goethe interessierte sich
für Mineralogie und Geologie – daher sein
Besuch. Er wohnte im Gebäude am Markplatz (heute ul. Mickiewicza 13). Die Blütezeit trat im 17. und 18. Jh. ein, als Mirsk
zu einem wichtigen Zentrum für Handel
und Weberei wurde. In der zweiten Hälfte
des 19. Jh. entwickelte sich hier die Kleinindustrie. Vom Jahr 1874 an besaß Mirsk
eine eigene Zeitung „Der Bote aus dem
Queisthale”. Der Name der Zeitung wurde
1926 auf „Iser-Gebirgs-Zeitung” geändert.
Um Touristen anzuziehen, wurde im September 1934 der Name der Stadt von Friedeberg am Queis auf Friedeberg im Isergebirge geändert. Im Jahr 1937 wurde die
600-Jahrfeier der Stadt festlich begangen.
In der Stadt ist die denkmalgeschützte
Stadtplanung erhalten geblieben. Zu den
Denkmälern zählen: an der Koœcielna-
Strasse eine spätgotische-frührenaissance
Kirche der Erscheinung der Hlg. Maria,
umgebaut in den Jahren 1562-1567, mit einem Turm aus dem Jahr 1769, wieder umgebaut im 19. und 20. Jh. Die Innenhalle
ist mit Kreuzrippengewölben bedeckt. Die
spätgotisch-renaissance Details aus Stein
(z.B. die wertvollen Wappen der Familien
von Schaffgotsch und von Zeidlitz an den
Wänden auf beiden Seiten des Hauptal
tars) sowie das gotisch-renaissance Portal
aus dem Jahr 1562, die Innenausstattung
aus den Jahren 1800-1805 u.a. der Altar, die Kanzel, das Taufbecken und eine
Skulptur sind erhalten geblieben. Außen
stehen 2 Figuren aus Sandstein – die des
Hlg. Florian und des Hlg. Jan Nepomuk
aus der ersten Hälfte des 18. Jh. (aus der
Meisterwerkstatt Weber, beide mit dem
Wappen der Familie von Schaffgotsch versehen). Auf dem Friedhofsgelände steht
eine Grabkapelle der Familie Kittelman
aus dem Jahr 1743 mit einer schönen
schmiedeeisernen Umzäunung aus dem
Jahr 1751. In den Mauern der Kirche und
der Friedhofsmauer sind zahlreiche Epitaphien aus dem 15.-19. Jh. zu finden, die
ältesten aus dem Jahr 1580. An der Stelle
der ehemaligen hölzernen Kapelle der Hlg.
Barbara, erwähnt im Jahr 1346, steht eine
nach zahlreichen Bränden (u.a. im Jahr
1583 und 1699) wiederaufgebaute Friedhofsskirche aus dem 18. Jh. Die Innenausstattung stammt aus dem 18. Jh. und dem
Anfang des 19. Jh. An der Betleja-Strasse
befindet sich die Ruine einer evangelischen
Kirche aus dem Jahr 1757 mit einem Turm
aus dem Jahr 1880. In mitten des Marktplatzes steht das Rathaus, gebaut um das
Jahr 1559, nach einem Brand umgebaut
in den Jahren 1794-96 im barocken Stil.
An den Wänden des Turms sind die Wappen der großen schlesischen Familien von
Schaffgotsch und von Zeidlitz zu finden.
An den Rathauswänden und auf der hölzernen Tür kann man verschiedene Versionen des interessanten Stadtwappens von
Mirsk bewundern. Der nördliche Teil des
Rathauses ist erheblich neuer, da er aus
dem 19. Jh. stammt. Damals war dies der
Standort des Gerichts. Früher, vom 17. Jh.
an, standen an der Stelle des neuen Rathauses die Gilden der Schuhmacher, Bäcker und Fleischer und ab der Hälfte des
18. Jh. das protestantische Gebetshaus
mit Fachwerkkonstruktion. Rund um den
Marktplatz sind Häuser im Barockstil aus
dem 18. Jh. zu sehen, umgebaut im 19.
und 20. Jh. Am Marktplatz und an der
Betleja-, Koœcielna-, Mickiewicza-, Zdrojowa-, Prosta- und G³owackiego-Strasse
sowie dem Tragowy-Platz stehen zahlreiche Wohnhäuser aus dem 18. und 19. Jh.,
größtenteils umgebaut aber mit erhaltenen
barocken Details, einige mit Merkmalen
von Pensionatsarchitektur, charakteristisch unter anderem für Œwieradów Zdrój
[Bad Flinsberg] und Szklarska Porêba
[Schreiberhau] im Stil von Kurorten in der
Schweiz (Betleja-Strasse). Andere Sehenswürdigkeiten sind: die ehemalige Mühle,
der restaurierte Laden “Fraszka”, der
ehemalige PKP Bahnhof, das Kirchentor,
der Gemeindefriedhof, das Haus der Sozialhilfe – ehemalig das Haus des Hlg. Karl
Boromäus aus dem Jahr 1911 – letztens
erneuert. Außerdem etwa 250 Gebäude
und Wohnhäuser, das Pfarrhaus, drei
Schulgebäude (Betleja-, Sikorskiego- und
Spacerowastrasse) und das Postgebäude.
Ein besonders auffälliges Merkmal der
Stadt ist der wunderbare Baumbestand,
z.B. zahlreiche Parkanlagen, Alleen und
Spaliere entlang der Kar³owiec-Mirsk,
Mroczkowice-Mirsk and Giebu³tów-Mirsk
Strecken, die Grünflächen in der Skarbków-Siedlung sowie Bäume entlang der
Betleja-Strasse, in der Vorstadt und neben
der Ruinen der evangelischen Kirche (Eichen, Buchen und Scheinzypressen), in der
Nähe des ehemaligen Bahnhofs (hauptsächlich Stieleichen und Buchen), auf
beiden Friedhöfen (Lindenallee, Buchen,
Bergahorn, Scheinzypressen), zwischen
dem Queis und der Wojska-Polskiego-Allee (viele Bäume von Naturdenkmalgröße
– hauptsächlich Linden, Bergahorn, Eichen, Eschen und Buchen) ein Ginkobaum
an der Kreuzung der Wojska-Polskiego-
Strasse und der Ogrodowa-Strasse sowie
einige Exemplare in der Nähe des ehemaligen Vorwerks an der Fabryczna-Strasse.
41. Ml¹dz [Mühldorf]. Ein kleines Dorf in der
Nähe von Rêbiszów. Anfangs war Ml¹dz
eine Kolonie von Rêbiszów – beide Dörfer
gehörten der Familie von Schaffgotsch.
Erst im 18 Jh. wurde Ml¹dz zu einem
selbständigen Dorf. Es entstanden zahlreiche Wassermühlen und Pochwerke zum
Zerkleinern vom Kobalterz aus den nahe
gelegenen Bergwerken in Przecznica und
Gierczyn sowie eine Hütte zum Schmelzen
von Kobalt. Die Hütte entstand um 1750.
An der Hütte war ebenfalls eine Fabrik für
Kobaltfarbe tätig, in der Farbe in 7 Farbtönen gewonnen wurde. Die Farbe fand in
Keramik - und Glasindustrie Anwendung.
Heutzutage ist Ml¹dz ein verstreutes Dorf.
Es sind etwa 40 alte Häuser erhalten, vor
allem Mauer- und Fachwerkhäuser, viele
davon mit interessanten Portalen.
42. Nasser Stein [Mokry Kamieñ]. Ein Fels
am südlichen Hang des Berges Wojkowa,
der aus altpalezoischen Granitgneisen besteht.
43. Mroczkowice [Egelsdorf]. Ein langgezogenes Dorf südlich von Mirsk gelegen. Seine
Geschichte war mit der Familie von Schaffgotsch verbunden. Nach dem Jahr 1555
wurde das Dorf von einigen Bergleuten aus
dem nahe liegenden Gierczyn besiedelt, die
im dortigen Zinnerzbergwerk beschäftigt
waren. In Mroczkowice befinden sich etwa
40 alte Häuser, darunter ca. 10 Umgebindehäuser. Westlich vom Dorf gibt es eine
schöne Kastanienallee.
44. Bärenfels [NiedŸwiedzia Ska³a]. Ein
großer Fels aus Granitgneis, der im Wald
am südlichen Hang des Bergkammes Grzbiet Kamienicki steht.
45. Neuer Isergebirgsweg [Nowa Droga
Izerska]. Der Weg wurde in der 2. Hälfte
des 19. Jh. als ein touristischer Spazierweg für die Kurgäste aus Œwieradów angelegt und verband das Gasthaus auf der
Iserwiese [Polana Izerska] und die Iseralm
[Hala Izerska].
46. Zerrissene Felsen [Odarte Ska³y]. Der
alte Teil des Abbaus eines Basaltensteinbruches am Hang des Berges Urwista.
Sichtbar sind behauene Lavarisse, die
eine grosse Menge von Augit enthalten.
Hier ist auch eine Basaltader zu sehen.
Über diesen künstlich entstandenen, in
den Sudeten einzigartigen Bergkamm,
der an manchen Stellen an einen steilen
Bergpfad erinnert, führte früher der gelb
markierte Wanderweg. Heute verläuft der
Weg auf einer Asphaltstraße unterhalb
des Kamms.
47. Or³owice [Ullersdorf]. Ein ungewöhnlich
langgezogenes Dorf, das am linken, Lausitzer Ufer des Flusses Queis [Kwisa] gelegen ist. Schon im Jahre 1575 stand hier
eine Papiermühle. Heute wird im hiesiegen Steinbruch Serizitschiefer gewonnen,
der am Ort in einem Werk bearbeitet wird.
Im Dorf befinden sich etwa 40 alte Wohnhäuser, die einen Denkmalwert besitzen.
48. P³oka. Ein Bach, der rechte Nebenfluss des
Queis. Länge: 3,1 km. Die Flussmündung
am sog. „Grabstein von Rübezahl“ (Rübezahl ist der gute Geist des Riesengebirges)
im Queistal am Sudetenweg. In diesem
Bach haben Wallonen im Mittelalter durch
Goldwaschen Gold gewonnen.
49. Eine Brücke. Ein schöner und außerordentlich ruhiger Erholungsort mit Überdachung. In der Nähe findet man einen
kleinen See und einen dem Jägerverein
„G³uszec” gewidmeten Obelisk.
50. Platte. Ein Granitfels an der Staatsgrenze
am westlichen Hang des Berges Smrek.
51. Eine heidnische Kirche. Reste eines
Bauwerkes aus dem 19. Jh. Dies war eine
Kultstätte in der Zeit vor dem Christentum. Angeblich stand hier im 12 Jh. eine
kleine Holzkirche, gebaut zur Verdrängung des heidnischen Kults. Unweit entfernt befindet sich die Wolfrmaquelle, die
ähnlich der heidnischen Kirche in vielen
hiesigen Legenden auftrat.
52. Tränke. Eine kleine Felsenschwelle unter
Wasser in etwa 1 m Höhe im Bach Wodopój [Tränke]. Bis 1945 ein Naturschutzdenkmal. In der Nähe des Wasserfalls lebt
die Wasseramsel (Cinclus cinclus).
53. Die Iserwiese [Polana Izerska]. Die
Wiese ist im 18. Jh. entstanden als ein Gebiet, auf dem eine Waldsiedlung gegründet
werden sollte. Im 19. Jh. befand sich hier
eine Gaststätte, die gern von Kurgästen
aus Œwieradów besucht wurde. Zu diesem
Zweck wurde der Neue Isergebirgsweg gebaut, der hier mit dem Alten Isergebirgsweg zusammentrifft. Nach 1945 entstand
die Siedlung Drwale [Holzfäller], die insbesondere den Forstarbeitern diente.
54. Prochowa. Kahler Hügel in Przecznica
(595 m ü.d.M.). Hier entstand 1771 die riesengroße Kobalterzgrube Anna Maria, die
der Familie von Schaffgotsch gehörte und
zum Höhepunkt der Gewinnung im 18. Jh.
jährlich ca. 2500 Tonnen Erz und ca. 60
Tonnen Kobaltfarbe brachte -8% der gesamten damaligen europäischen Produktion. Als Nebenprodukt der Grube und der
hiesiegen Kobalthütten entstand Arsenik.
Das Bergwerk war ca. 120 m tief. Am 15.
September 1809 war hier der große deutsche Dichter Theodor Körner zu Besuch.
55. Proszowa [Kunzendorf]. Das Dorf wurde
schon im 12./13. Jh. gegründet, später gehörte es zum Besitztum von Schaffgotsch.
Hier befindet sich eine spätgotische Kirche
zur Geburt des Hlg. Johannes des Täufers
aus dem 15./16. Jh., die im 18. Jh. im Barockstil umgebaut wurde. Nach dem Brand
im Jahr 1880 wurde sie wiederaufgebaut.
Im Inneren eine Neobarockausstattung:
ein Altar, eine Kanzel und ein Taufbecken
vom Ende des 19. Jh. Unter Denkmalschutz stehen außerdem auch: der anlie
gende Friedhof mit Mauer, der evangelische Friedhof sowie das alte Pfarrhaus. In
Proszowa befinden sich auch mehrere (ca.
40) alte Wohnhäuser (Mauer-, Fachwerk-
und Umgebindehäuser).
56. Przecznica [Querbach]. Ein ungewöhnlich
langgezogenes Dorf am Bach Potok Przecznicki. Es wurde im 15. Jh. gegründet. Im
Dorf haben sich viele alte Häuser (ca. 30)
erhalten, darunter Fachwerk- und Umgebindehäuser. In der Mitte des 16. Jh. wurden in dieser Gegend Kobalt- und Zinnerzlagerstätten entdeckt. Bis 1616 entstanden
hier 17 Stollen. Nach dem Dreißigjährigen
Krieg wurden die Bergarbeiten fortgesetzt
und ihre Spuren sind bis heute sichtbar.
57. Rêbiszów [Rabishau]. Ein altes großes
Dorf im Vorgebirge der Sudeten. Es ist
wahrscheinlich im 13. Jh. entstanden.
Vom Ende des 14. Jh. an gehörte es zur
Burg Greiffenstein [zamek Gryfów]. Den
größten Einfluß auf die Entwicklung des
Dorfes hatte die Grüngung des großen
Bergbau- und Hüttenzentrums in Przecznica und Gierczyn. In Rêbiszów steht eine
Renaissancekirche zur Mariä Heimsuchung aus den Jahren 1566-68, die später
im Barockstil umgebaut wurde. In der Kirche befinden sich ein Renaissancetaufbecken aus 1576 und ein Barockaltar, eine
Kanzel sowie Epitaphien aus dem 18. Jh.
Daneben steht eine ehemalige evangelische Kirche zur Hlg. Barbara im barocken und klasizistischen Stil (heute die
Pfarrkirche), ausgestattet mit Emporen.
Die Kirche wurde in den Jahren 1768-69
gebaut, dann 1803 umgebaut. Im Inneren
gibt es eine Barockausstattung, u.a. einen
Altar, eine Kanzel und ein Taufbecken aus
dem 18. Jh. Außerdem befinden sich in diesem Dorf etwa 100 sehenswerte alte Häuser, ein schönes Bahnhofsgebäude und ein
ehemahliger Vorwerk. In Rêbiszów kamen
der im 19. Jh. der Kartograph Georg Leeder und im Jahr 1833 der Orgelkomponist
Leberecht Baumert zur Welt. Es gibt hier
auch eine schöne Lindenallee. In der Nähe
befinden sich große Basaltsteinbrüche.
58. Rabishauer Wald [Rêbiszowski Las].
Ein schöner Wald, der östlich von Rêbiszów
gelegen ist. Er wird durch die Bahnstrecke von Gryfów Œl¹ski [Greiffenberg] nach
Jelenia Góra [Hirschberg] durchschnitten. Es ist ein wertvoller Ort sowohl im
Hinblick auf die Natur als auch auf seine
Geschichte. Im Wald gibt es zwei größere
Hügel: Lisek (429 m ü.d.M.) und Rêbinka
(435 m ü.d.M.). Am ersten Hügel wurden
im August 1813 viele französische Soldaten begraben, die im Feldzug umgekommen sind.
59. Der Iserscheideweg [Rozdro¿e Izerskie]. Eine weite Senkung (767 m ü.d.M)
zwischen den Hügeln Wysoki Grzbiet und
Grzbiet Kamienicki, die die Einzugsgebiete der Flüsse Queis [Kwisa] und Zackerle
[Ma³a Kamienna] trennt. Hier befindet
sich das Gebäude der ehemaligen Ludwigsbaude (gewidmet dem Grafen Ludvig
Schaffgotsch); die Baude wurde bis 1956
von Touristen benutzt, später wurde sie
zum Präventorium, danach diente sie als
Oberforsthaus. Durch den Iserscheideweg
verläuft der Sudetenweg, zu dem ein alter
Weg aus Piechowice führt.
60. Der Scheideweg unter der stillen Ebene [Rozdro¿e pod Cich¹ Równi¹]. Eine
Kreuzung von Straßen und markierten
Wanderwegen im Isergebirge. An diesem
Ort führen die beliebten Skiwettläufe
„Bieg Piastów” in das Gebiet der Gemeinde Mirsk. Von hier hat man einen schönen
Ausblick auf das Riesengebirge. Vom Ende
des 12. bis zum 15. Jh. war das nun wilde
und menschenleere Gebiet ein Ort intensiver Tätigkeit der sog. Wallonen, Schatzsuchenden, die u.a. aus den Grenzgebieten des heutigen Frankreich und Belgien
stammen. Sie suchten nach kostbaren Erzen, insbesondere nach Gold und Edelsteinen. In den Sudeten haben sich an vielen
Stellen ihre in Felsen gehauene Zeichen
und hiesige Ortsnamen erhalten.
61. Der Geierberg [Sêpia Góra]. Ein steiler
Gipfel (828 m ü.d.M.) am westlichen Rand
des Bergkammes Grzbiet Kamienicki. Es
ist ein hervorragender Aussichtspunkt.
Über den Geierberg führte vor dem Krieg
der unter Kurgästen beliebte Wanderweg
zum schönsten Berghotel in der Gegend
(„Kesselschlossbaude”). Auf dem Gipfel befindet sich der Fels „Weißer Stein“ [Bia³y
Kamieñ] und am südlichen Hang der Fels
„Kleiner Geier“ [Sêpik]. An den westlichen Hängen oberhalb Œwieradów ragen
zwei andere Granitgneisfelsen hervor:
Œwiêtojanki und Bary³ka.
62. S³upiec. (475 m ü.d.M.) Reste eines kleinen Basaltschlots. Basalt wurde hier am
Anfang des 20. Jh. gewonnen. Der Ort ist
leicht zugänglich (in der Nähe verläuft
eine Asphaltstraße); es ist ein ausgezeich
neter Aussichtspunkt auf das Iservorgebirge und das Isergebirge. Der Gipfel ist
mit einem Schutzgeländer gesichert.
63. Smrek. Ein Berg mit zwei Gipfeln (1124
und 1123 m ü.d.M.) an der Staatsgrenze,
in der Nähe eines Grenzübergangs für
Touristen. Der Berg ist bereits auf der
Landkarte von Scultetus aus dem Jahr
1582 verzeichnet worden. Der deutsche
Name Tafelfichte (seit 1591) wurde von
den Tafeln mit Grenzmarkierungen der
drei Länder (Lausitz, Böhmen und Schlesien) abgeleitet. Dies ist der am höchsten
gelegene Teil des westlichen Bergkammes
Wysoki Grzbiet. Der höhere Gipfel liegt
vollkommen auf der tschechischen Seite.
Darauf steht ein moderner Aussichtsturm,
von dem sich unvergessliche Ausblicke in
alle Himmelsrichtungen darbieten. Daneben ein Obelisk, das dem deutschen
Dichter T. Körner gewidmet ist. Auf dem
Gipfel waren auch A.T. Gersdorf und J.W.
von Goethe.
64. Der alte Isergebirgsweg [Stara Droga
Izerska]. Es ist ein alter Handelsweg aus
dem 17. Jh., der die Iseralm [Hala Izerska] mit Œwieradów verbindet. Es war der
älteste Verbindungsweg des heute nicht
mehr vorhandenen Dorfes Groß Iser mit
dem Kurort. In der Nähe des Weges befindet sich der Adambrunnen [ród³o Adama],
der noch vor dem Krieg einer der Wanderziele der Kurgäste von Œwieradów war.
65. Der alte Handlesweg von Zittau nach
Landeshut [Stary Trakt ¯ytawsko –
Kamiennogórski]. Der alte Handelsweg
wurde noch im Mittelalter angelegt und
verband Schlesien mit Lausitz. Es führte
von ¯ytawa [Zittau] u.a. durch Gierczyn,
Przecznica, Rybnica und weiter in Richtung Jelenia Góra [Hirschberg].
66. Alte Tanne [Stara Jod³a]. Nach alten
deutschen Sagen war dies ein Baum, auf
dem auf wundersame Weise das Zeichen
des Kreuzes, das nicht von Menschenhand
geschaffen wurde, erschien. Seit eh und je
begaben sich Menschen, die um Gesundheit baten, zu diesem Baum und zum nahe
gelegenen Brunnen des Hlg. Wolfgang.
Am Baum sollen die von Pilgern hinterlassenen Krücken gehangen haben, zum
Zeichen der geschehenen Wunder. Heute
gibt es den Baum nicht mehr, und das Auffinden des Stammes am Scheideweg kann
sehr schwierig sein. Es lohnt sich jedoch,
es zu versuchen, da die Tanne wirklich
riesengroß war. Der Baum war mit etwa
40 m Höhe und einem Stammumfang von
4m ein Naturdenkmal und die prächtigste
Tanne in ganz Niederschlesien. Bis heute hat sich nur ihr Stamm erhalten. Zum
Andenken wurde vor einigen Jahren an
dieser Stelle der Alten Tanne ein kleiner
Baum gepflanzt.
67. Alte Burg [Stary Zamek]. Eine Gruppe
von Granitfelsen auf dem Gipfel des Berges Koby³a, oberhalb des Isertals.
68. Teiche in Rêbiszów. Der Komplex besteht aus 14 Teichen. Auf dem Gebiet
der Gemeinde Mirsk liegen 6 Teiche. Zu
den Teichen führt ein schöner Weg von
der Siedlung Skarbków; man muss erst
der grünen Markierung folgen und dann
entlang der Eichen-Naturdenkmäler gehen. Es ist ein sehr schöner, ruhiger und
sehenswerter Ort. Hier haben viele Vögel
ihren Lebensraum, auch mehrere gefährdete und geschützte Vogelarten. Unter
anderem treten hier folgende Vogelarten
auf: der Schwarzstorch (Ciconia nigra), der
Seeadler (Haliaeetus albicilla), der Kormoran (Phalacrocorax), der Taucher (Podiceps), der Reiher (Ardea), der Raubwürger
(Lanius), der Baumfalke (Falco subbuteo),
der Feldschwirl (Locustella naevia), der
Schlagschwirl (Locustella fluviatilis), die
Knäkente (Anas querquedula), der Erlenzeisig (Carduelis spinus), der Weißstorch,
der Rohrschwirl (Locustella luscinioides),
der Gimpel (Pyrrhula pyrrhula), die Bekassine (Gallinago gallinago), der Wiesenpieper (Anthus pratensis), das Schwarzkehlchen (Saxicola torquata), Flussregenpfeifer (Charadrius dubius), der Kranich
(Grus grus), die Falke (Falco), der Milan
(Milvus), der Fischadler (Pandion haliaetus) sowie viele Arten von Gänsen, Enten
und Sperlingsvögeln. In nächster Zukunft
soll der Ort unter Naturschutz gestellt
werden.
69. Heufuder [Stóg Izerski]. Ein Gipfel (1107
m ü.d.M.) im Bergkamm Wysoki Grzbiet.
Unterhalb des Gipfels steht eine alte und
sehenswerte Baude, die 1924 im schlesisch–lausitzischen Stil errichtet wurde,
gestiftet von der Familie von Schaffgotsch.
Von der Terrasse der Baude aus bieten
sich fantastische Aussichten Richtung
Norden und Westen dar, vor allem auf
die darunter liegenden Orte: Œwieradów
Zdrój, Kotlina Mirska, Grzbiet Kamienicki
und das Iservorgebirge. Der Ausblick bei
Nacht ist ebenso unvergesslich. Bei klarer
Luft sind die Lichter zahlreicher Dörfer
und Städte zu sehen.
70. Schneehöhlen [Œnie¿ne Jamy]. Eine
schwach gestaltete, sich im anfänglichen
Stadium befindete Nivationsnische im
südlichen Hang des Berges £¹cznik.
71. T³oczyna. (785 m ü.d.M.) Ein Gipfel, auf
dem sich von der westlichen und süd-westlichen Seite schöne kahle Bergrücken und
Abhänge befinden. Der Bergrücken ist
breit (ca. 250 m) aber nicht groß (ca. 20
-30 m) und besteht aus Granitgneisen. Auf
dem Gestein sind schöne Flechten zu sehen. Auch die Umgebung ist sehr interessant. Unterhalb der kahlen Bergrücken erstreckt sich eine verwachsende Wiese mit
interessanter Pflanzendecke. Hier wachsen der Rippenfarn (Blechnum spicant)
und die Europäische Eibe (Taxus baccata). Die größte Attraktion des Gipfels ist
jedoch zweifelsohne der Ausblick im oberen Teil. Bei guter Sichtweite kann man
von hier aus das ganze Iservorgebirge, die
Gegend um Boles³awiec, das Bober-Katzbachgebirge [Góry Kaczawskie] und den
Landeshuter Kamm [Rudawy Janowickie]
sehen. Am prächtigsten präsentiert sich
das Riesengebirge [Karkonosze] mit dem
Kamm Grzbiet Wysoki des Isergebirges
[Góry Izerskie] im Vordergrund. Es gibt
hier auch einen interessanten Ausblick
von oben auf die Basaltgrube auf Urwista,
in der Nähe von Proszowa. Darüber hinaus
gehören zu charakteristischen Punkten in
der Landschaft auch die Berge Grodziec
und Ostrzyca Proboszczowicka. Es ist sogar der Berg Wilko³ak (363 m ü.d.M.) bei
Z³otoryja [Goldberg] zu sehen, auf dem
sich das Naturschutzgebiet „Wilcza Góra”
befindet.
72. Der Tabakpfad [Tytoniowa Œcie¿ka].
Der Name weist darauf hin, dass der Pfad
als einer der vielen Schmuggelwege in der
schlesisch-tschechischen, und genauer
preußisch-österreichischen Grenzregion,
im 18. Jh. angelegt wurde.
73. Das Abendschloss [Wieczorny Zamek].
Eine Gruppe von Hornfelsgesteinen mit
Quarzadern auf dem Gipfel einer Trümmerhalde. Mit diesen Felsen sind hiesige
Legenden von Schätzen verbunden. Die
Felsen wurden ebenfalls in den Wallonen-
Büchern erwähnt.
74. Wolfshöhen/ Fuchshöhen [Wilcze Jamy
/Lisie Jamy]. So werden die Schützengraben genannt, die während des Dreißigjährigen Krieges entstanden sind - sie
liegen entlang des Langen Baches [D³ugi
Potok], unweit entfernt von den Teichen in
Rêbiszów. Ein Graben konnte 2 bis 4 Soldaten fassen.
75. Wojkowa. Der höchste Gipfel (502 m
ü.d.M.) im östlichen Teil des Iservorgebirges [Pogórze Izerskie]. Unterhalb befinden
sich die Basaltfelsen Nasser Stein [Mokry
Kamieñ] und Sicina.
76. Wola Augustowska [Estherwalde]. Die
Siedlung gehört zu den jüngsten in der Region. Sie wurde erst im 18. Jh. gegründet,
als hier weitere Gruppen von Exulanten
aus Böhmen ankamen. Die Bevölkerung
beschäftigte sich haupsächlich mit der
Weberei. Es haben sich hier 19 alte Gebäude, darunter auch Umgebindehäuser
erhalten.
77. Wyrwak. Ein sehr interessanter Hügel (400
m ü.d.M.) im weiten Tal [Kotlina Mirska]
am Fuß des Isergebirges. Vom Wyrwak
aus bietet sich ein schöner Ausblick auf
das Isergebirge [Góry Izerskie]. Auf dem
Gipfel treten unter vielen angehäuften Gesteinen auch Greisen mit Muskowit, und
verschiedene Quarzarten (z.B. Topase und
Turmaline) auf. Auch die Geschichte des
Wyrwak macht neugierig. Hier brachten
die aus der Lausitz vertriebenen Slaven
der goldenen Statue des Götzen Flins (Todesgott) Ehre entgegen. Der Götze wurde
als Mann im lockeren Gewand, mit einer
Fackel in der Hand und einem Löwen
auf der Schulter dargestellt. Die Urslaven glaubten angeblich, dass die Stimme
des Löwen sie zum nächsten Leben rufen
würde. Flins war der Gott des Todes, des
Jenseits, der Geister, des Feuers und der
Wiedergeburt. Die Figur des Götzen wurde u.a. in Schlesien und in der Lausitz verehrt (z.B. an der Spree [Szprewa] in der
Gegend vom heutigen Budziszyn, später
auf dem Basaltberg Landeskrone bei Zgorzelec [Görlitz]).
78. Wysoka Kopa. Der höhste Gipfel (1126 m
ü.d.M.) des Bergkammes Wysoki Grzbiet
und des ganzen Isergebirges erhebt sich
im Massiv Zielona Kopa.
79. Die Burg [Zamczysko]. Ein riesiger Granitgneisfels im Wald am südlichen Hang
des Kamms Grzbiet Kamienicki. Der Fels ehrt, ähnlich wie die Gute Quelle [Dobre
ist vom Sudetenweg [Droga Sudecka] aus ród³o] in der Nähe von Sosnówka. Viel
sehr gut sichtbar.
80. Hochwasserbecken „Mirskie Jezioro”.
Ein trockenes Becken am Bach D³ugi Potok östlich von Mirsk gleich am Weg nach
Rêbiszów. Die Länge des Deiches: 600 m,
das Volumen des Beckens: ca. 5 Mio m3.
Das Becken gemeinsam mit den Seen Jezioro Leœniañskie und Jezioro Z³otnickie
haben eine wichtige Funktion als Überschwemmungsschutz. Dank dem Becken
fließt weniger Wasser in den Perioden heftigster Niederschläge und Überschwemmungen in die zwei Seen herab. Von der
Beckenkrone aus sowie von der anliegenden Asphaltstraße bieten sich schöne Ausblicke auf die ganze Gegend. Im Westen
ist das Riesengebirge mit der Schneekoppe [Œnie¿ka], im Süden das Isergebirge, im
Westen die Iservorberge mit dem Berg Wojkowa, im Norden Marcówka, Skarbkowa
und die Burg Gryf.
81. St. Wolfgang Quelle [ród³o Œw. Wolfganga]. Die Quelle wurde wahrscheinlich noch in der Zeit vor Christentum ge
weist darauf hin, dass sie mit dem Götzen
Flins verbunden war. Der Quelle wurden
wunderbare Eigenschaften zugeschrieben.
Während der Christianisierung der Sudeten wurde sie heiligem Wolfgang geweiht,
dessen Kult hier damals sehr verbreitet
war. Im 19. Jh. hat man die Quelle mit
Blöcken aus Granitgnejsen umgeben. Darauf wurde ihr Name angebracht. An diese
Quelle knüpfen zahlreiche alte Sagen undÜberlieferungen an, u.a. die Sage von einer Hexe, die die Quelle verhext hatte und
einem Engel, der den Ort später schützte.
Die Quelle und die nahe wachsende Alte
Tanne waren das Ziel mehrerer Pilgerfahrten.
82. Der Judenweg [¯ydowska Droga]. Heute ist dies ein Feldweg in der Nähe von
Gajówka. Ein Andenken an alte Bräuche
und Rechte. Er ist im 16./17. Jh. infolge
der Entscheidung des Kaisers Rudolf des
Zweiten entstanden - laut seinem Befehl
sollten Juden, die sich zum Markt begaben, auf besonderes für sie bestimmten,
die Dörfer und Städte umgehenden, Wegen gehen.
BEARBEITET VON:
PAWE£ JANUSZ £UPICKI